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Calvin

Johannes Calvin (1509-1564)


Der Porträtkopf des strengen schweizerischen Reformators ist von einem Kranz umgeben, der aus heimischen Almrauschblüten und Latschenzapfen gebildet ist. Auch Calvin trägt das Barett eines Gelehrten, wie es in der Zeit der Renaissance als Standeszeichen üblich war. Die Stifterwidmung lautet: Dem Streiter für Gottes Ehre, von Mitgliedern des Vereines deutscher Studenten „Erz” in Leoben. Diese Verbindung ist das spätere, noch heute bestehende akademische Corps Erz. Das beigegebene Korporationswappen zeigt neben dem „Zirkel” im Herzschild und den schon bei Cruxia erwähnten Symbolen auch mit 16.10.1881 das Gründungsdatum der Korporation. Der beigegebene Wahlspruch lautet: Durch Eintracht stark, mit Mut zum Ziel”.

Die Wahl des Schweizers Calvin als Inhalt des zweiten Reformatorenfenster nimmt eigentlich Wunder, da die Gustav Adolf-Kirche ja einer Pfarrgemeinde lutherischen, also Augsburger Bekenntnisses (A.B.) ist, während Calvin bekanntlich der Begründer der Reformierten Kirche Helvetischen Bekenntnisses (H.B.) war, deren Bekenner in Leoben kaum vertreten sind oder waren. Man kann annehmen, dass diese „ökumenische” Vereinnahmung innerhalb der evangelischen Bekenntnisse von Pfarrer Paul Spanuth ausging, dessen Ideen sicherlich den programmatischen Hintergrund für die Fenster abgaben.