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ABC für Christen

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Freiheit

Die 10 Gebote - die 10 „Großen Freiheiten“

Freiheit ist ein Begriff, in dem die ganze Tendenz der Bibel zusammengefasst und entfaltet werden kann. Darin ähnelt er Begriffen wie Frieden (Schalom) und Liebe (Agape). Das Reich Gottes ist ein Reich der Freiheit. Schon das aller erste Bekenntnis des Volkes Israel ist ein Bekenntnis zu dem Gott, der sein Volk aus der Sklaverei befreit hat. Er schafft seinem Volk Heil, doch auch dieses Heil ist als Befreiung zu verstehen, und zwar als diesseitige Befreiung von Unterdrückung und Fremdbestimmung. Dem befreiten Volk werden am Sinai Gebote gegeben. Sie sind Einweisungen in die Freiheit (2.Mose 20,2). Schon im ersten Gebot wird das Volk an den Gott gebunden, der allein in die Freiheit führt und in der Freiheit erhält. „Ich bin der Herr, dein Gott, der dich aus Ägypten herausgeführt hat, aus dem Sklavenhaus.“ Gottes Herrschaft verbürgt Freiheit. In jedem weiteren Gebot wird ein bewahrender Schutzmantel um die neu geschenkte Freiheit gehüllt. Wo immer ein Gebot aufgegeben oder übertreten wird, wird zugleich die Freiheit aufgegeben.

Die gute Nachricht von der Befreiung

Auch in Jesus Christus offenbart sich Gott als befreiender Gott. Der befreite Mensch Jesus von Nazareth wendet sich parteiisch den unfreien Mitmenschen zu: Den Unterdrückten, den Kranken, den Gefangenen, den Gebundenen soll er die gute Nachricht von ihrer Befreiung bringen - im Wort und in der Tat (Lukas 4,18-21; Matthäus 11,5). Jesus: „Gott hat mich gesandt, um den Armen die Heilsbotschaft zu bringen, um den Gefangenen die Befreiung und den Blinden das Augenlicht zu verkünden, um die Zerschlagenen in Freiheit zu setzen.“ Zeitgenossen erleben durch ihn Gottes befreiende Liebe.

Alle, die sich vom Geist Gottes führen lassen, sind Kinder Gottes. Denn ihr habt nicht den Geist empfangen, der euch wieder zu Knechten macht.
„Befreiende Liebe“, dies Zusammenstellung weist darauf hin, dass es Freiheit niemals in absoluter Gestalt gibt. Die befreiende Liebe drängt zum Mitmenschen, um ihn in den Raum der Freiheit zu führen. Christliche Liebe meint eben dieses: Freiheit für den Nächsten und den Auftrag, die Erde als den Raum zu gestalten, in dem Freiheit sich entfalten kann. Der Heilige Geist, als die Kraft, die in die Freiheit führt, führt den Befreiten zu den Gebundenen und in den Kampf um eine freie Gesellschaft (Epheser 2,12; 4,18) Die von dem befreienden Gott ausgehende weltverändernde Bewegung des Reiches Gottes fordert dazu auf, alle Verhältnisse zu verändern, in denen der Mensch ein entwürdigter Knecht ist.

Die Kirchen und die Politik

An der konkreten Frage, ob die Kirchen Befreiungsorganisationen unterstützen sollen und vom Evangelium her können, scheiden sich heute zwei Gruppen:

Es kann nicht die Aufgabe der Kirchen sein, eine politische Ordnung mit Mitteln der revolutionären Gewalt zu bekämpfen, so inhuman diese Ordnung im einzelnen auch sein mag; denn staatliche Ordnung kommt von Gott.
Aufgabe der Kirche ist es, im Kampf um Befreiung von ungerechten, z.B. rassistischen Gesellschaftsstrukturen, Gottes befreiendes Handeln durch Teilnahme am aktiven Kampf um Befreiung zu bezeugen.

Beide Gruppen möchten gewährleistet sehen, dass im konkreten politischen Handeln die Liebe letztgültiger Maßstab bleibt (Galater 5,13).

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