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ABC für Christen

C

Christus

Das Bekenntnis zu Jesus

Als der in Galiläa lebende, aus Nazareth stammende Handwerkersohn Jesus aus religiös-politischen Gründen hingerichtet war, machten kurze Zeit nach seinem Tod einige Menschen ganz neue Erfahrungen mit ihm. Sie waren davon überzeugt: Gott hat Jesus von den Toten auferweckt. Sie begannen von Jesus zu erzählen. Um seine außerordentliche Bedeutung zu erklären, gaben sie ihm „Würdetitel,“ die sie aus ihrer Umwelt nahmen und auf Jesus übertrugen.
Wenn wir heute den Anfang des zweiten Artikels des Glaubensbekenntnisses sprechen: „Ich glaube an Jesus Christus, Gottes eingeborenen Sohn, unsern Herrn“, sprechen wir drei dieser Würdetitel nach: Christus, Gottes Sohn und Herr.

Jesus ist der Messias

Dort, wo Menschen auf den jüdischen Heilskönig der Zukunft warteten, nannten sie Jesus „Messias“ (lateinisch: „Christus“, deutsch: „der Gesalbte“). Damit bekannten sie sich zu Jesus als dem Menschen, den Gott in ganz besondere Weise erwählt hatte, um seinen Willen bekannt zu machen.

Jesus ist der Sohn Gottes

Ein anderer Titel hieß „Gottes Sohn“. Dieser Titel war für den jüdischen Bereich wie den griechisch-römischen Bereich gut geeignet. Freilich stellten sich die Menschen Unterschiedliches darunter vor:
Im Bereich der jüdischen Tradition galt zuerst das Volk Gottes, eben Israel, als Sohn Gottes (2.Mose 4,22). Später wird der König Israels so bezeichnet (z.B. Psalm 89,28). Auch Jesus wird „König der Juden“ genannt und „Sohn Gottes“, als derjenige, der ganz und gar wie ein Sohn den Willen des Vaters erfüllt.
Im griechisch-römischen Bereich galten einerseits berühmte Menschen als von Göttern gezeugt und damit als „Söhne Gottes“, andererseits verstanden sich die römischen Kaiser in dem Sinne. So erschien der Titel „Sohn Gottes“ für Jesus als ungeheurer Anspruch in einer Welt, die sonst „Söhne Gottes“ innerhalb des politischen und gesellschaftlichen Lebens kennt.

Jesus ist der Herr

„Herr“ wurde Jesus auch genannt. „Kyrios“ hieß dieser Titel in der griechischen Welt. Auch diese Bezeichnung war äußerst anspruchsvoll. In der griechischen Übersetzung des Alten Testamentes wurde der Gottesname JAHWE mit Kyrios übersetzt. Auch die politischen Führer der römischen Welt ließen sich später Kyrios nennen.

Der Davidssohn

Im Judentum zur Zeit Jesu war man teilweise der Auffassung, dass der erwartete Retter und Heilbringer ein Sohn des König Davids sei und das dieser das große Reich wiederherstellen werde. So wurde „Davidssohn“ auf Jesus übertragen. Dieser Titel hatte die geringste Aussicht, sich überall durchzusetzen, da er nur innerhalb der jüdischen Tradition verstanden werden konnte und die Rolle des Judenchristentums zunehmend geringer wurde.

Der Menschensohn

Schließlich wird Jesus oft „Menschensohn“ genannt. In den Evangelien scheint Jesus sich selbst so zu nennen.
Für jüdische Ohren konnte diese Bezeichnung lediglich so viel wie „ein Mensch“ bedeuten. Dieser Titel konnte aber auch daran erinnern, dass von dem endzeitlichen Richter so gesprochen wurde (Daniel 7,13). Dass Jesus später so gesehen wurde, wie es im Buch Daniel angezeigt wird, ist auch offensichtlich (siehe Matthäus 25,31-46).

Mit diesen wichtigsten Würdetiteln wollten Menschen ganz unterschiedlicher Tradition und Ansichten deutlich machen, dass Jesus in einmaliger Weise von Gott gesandt und beauftragt war, dass es neben, vor und nach ihm keinen gibt, der sich mit ihm messen könnte.

Moderne Würdetitel

Heute wird die Bedeutung einer Persönlichkeit mit anderen Begriffen und Titeln hervorgehoben. So wird Jesus von manchen zeitbedingt als „Idealist“ bezeichnet oder als „Revolutionär“ oder „Humanist“ oder „Superstar“. Offenbar ist seine einzigartige Bedeutung nicht mit einem Begriff zu treffen.
Als die Christenheit nach heftigen theologischen Kämpfen festlegte, sie bekenne sich zu Jesus als dem wahren Gott und wahren Menschen, wollte sie eben diese Einzigartigkeit Jesu für alle Zeiten festhalten.

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