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ABC für Christen

A

Abendmahl

Die Wurzeln

Das „Heilige Abendmahl“ geht auf jenes Mahl zurück, das Jesus mit seinen Jüngern am Abend vor seiner Hinrichtung feierte (Markus 14,12-16), und auf die Mahlzeiten Jesu mit Zöllner und Sündern (Markus 2,3-17). Nach dem Tode Jesu feierten die Gemeinden solche Mahlzeiten weiter und erlebten dabei die Gegenwart ihres auferweckten Herrn (Lukas 24, 30-35). Solange die Gemeinden klein waren, wurde das Abendmahl im Zusammenhang einer Sättigungsmahlzeit gefeiert.

Abendmahl und Ökumene

Das Verständnis vom Abendmahl hat in der Geschichte zu tiefen Gegensätzen und Kämpfen in der Kirche geführt. Darum meinen noch heute viele, eine Vereinigung der Kirchen kann erst erfolgen, wenn volle Übereinstimmung in der Deutung vom Abendmahl hergestellt ist. Andere halten dagegen, dass trotz unterschiedlicher Auffassungen das Abendmahl gemeinsam gefeiert werden soll, um so die Einigung (Ökumene) voranzubringen.

Zwei verschiedene Auffassungen:
Im Abendmahl schenkt sich Jesus Christus selbst seiner Gemeinde. In, mit und unter Brot und Wein empfängt die Gemeinde den wahren Leib und das wahre Blut ihres Erlösers, freilich in der Gestalt von Brot und Wein.
Dieses Geschenk besteht vor allem in der Vergebung der Sünden, der Gemeinschaft mit dem Herrn und der Gemeinschaft untereinander, in der Jesus Christus der Mittelpunkt ist.
Die Vergebung der Sünden wird dem Einzelnen so zugeeignet, dass er die Freundlichkeit Gottes geradezu sehen und schmecken kann.
Diese Freundlichkeit Gottes meint ihn, den Gast am Tisch des Herrn ganz persönlich.
Das Abendmahl ist ein Fest, bei dem die Vollendung von Gottes neuer Welt schon heute vorweggenommen und erfahren werden kann. Jesus Christus lädt uns alle an einen Tisch. An diesem Tisch wird - das ist einzigartig in dieser Welt - das Brot in gleiche Teile geteilt und so unterschiedlichen Menschen wie Herr und Sklave, Schwarze und Weiße, Geachtete und Unbeachtete trinken zum Zeichen der Versöhnung aus einem Kelch.
So wie wir alle an einem Brot Anteil bekommen, so sind wir auch alle eine Brüderschaft. Diese Gemeinde von Schwestern und Brüdern, in deren Mitte Christus den Anfang einer neuen Welt setzt, soll Taten der Nächstenliebe vollbringen. Sie ist berufen, Kirche für die Welt zu sein.

Diese verschiedenen Auffassungen vom Abendmahl berufen sich auf die unterschiedlichen Überlieferungen schon im Neuen Testament, z. B. [A] auf Markus und Matthäus, [B] auf Paulus.

Mahl der Versöhnung

Die Abendmahlserzählungen in den Evangelien verschweigen nicht, dass Judas an der letzten Mahlfeier Jesu mit seinen Jüngern teilgenommen hat, obwohl er schon als Verräter bekannt war (Matthäus 26,25). Auch der Verräter hat Anteil am Brot und trinkt aus dem gleichen Kelch. Diese Offenheit der Mahlfeier Jesu hat die Kirche später nicht ausgehalten, sondern mit der Forderung nach rechter Würdigkeit viele Schranken aufgerichtet. Aber alle Kirchen haben festgehalten: Im Abendmahl ist Christus da und es geschieht Vergebung der Sünden von Gott her und Versöhnung unter den Menschen.

Abendmahlstexte im NT

Für das Abendmahl gibt es noch andere Bezeichnungen: Herrenmahl, Brotbrechen, Kommunion, Eucharistie. Die Texte zum Abendmahl im Neuen Testament sind: 1.Korinther 11,23-35; Markus 14,22-25; Matthäus 26,26-29; Lukas 22,17-20.


Auferstehung

Das alte Weltbild

Wer heute von Auferstehung spricht, verbindet mit diesem Begriff andere Vorstellungen als Menschen im ersten Jahrhundert, in dem das alte babylonische Weltbild galt. In diesem Weltbild war es vorstellbar, dass ein Mensch stirbt, dann in das untere Stockwerk, in die Welt der Toten kommt, später in das Zwischengeschoss der menschlichen Welt zurückkehrt (aufersteht), um dann in das obere Geschoss, den Bereich Gottes, aufgenommen zu werden.

Das neue Weltbild

Unser Weltbild erlaubt solche Vorstellungen nicht mehr. Darum gilt es heute herauszufinden, was die Christen im ersten Jahrhundert meinten, als sie von Auferstehung sprachen. Diese alte Aussage muss dann in unser Weltbild umgesetzt werden. So gibt es verschiedene Versuche, Auferstehung zu verstehen. Die einen halten an der Sprache der biblischen Zeugen fest, andere wollen mit Umschreibungen die Bedeutung des Glaubens an die Auferstehung aussagen.

Zwei verschiedene Versuche, Auferstehung zu verstehen:
Auferstehung meint: Der Tod hat Christus nicht besiegen können. Gott hat sich dadurch zu Jesus bekannt, dass er ihn aus den Tod in Leben führte und als Herrscher über die Welt einsetzte (Philipper 2,6-11).
Während einer kurzen Zeit konnte er wirklich gesehen werden, freilich nur von Menschen, denen Christus sich zeigte.
Dabei ist wichtig: Diese Augenzeugen sahen ihn nicht, weil sie glaubten, sondern sie glaubten, weil sie den Auferstandenen sahen (so z.B. Johannes 20,24-29).
Dieses Ereignis veränderte das Leben der ängstlichen Jünger gründlich: Sie wurden zu mutigen Botschaftern des Evangeliums.
In der Auferstehung der Toten erhoffen wir die Fortsetzung des Handeln Gottes, das mit Jesus Christus begonnen hat. Das ewige Leben, das Gott allen schenken wird, ist die unbeschwerte Gemeinschaft mit Jesus Christus bei Gott.
Auferstehung meint: Gottes Sache geht weiter. Alle Bemühungen, der gegen Gott stehende Mächte haben nicht die Kraft, das Kommen des Reiches Gottes zu verhindern. Dieses Reich Gottes ist eine Welt des Heils, des Friedens, der Gerechtigkeit, der Liebe. Der entscheidende Anfang ist mit Jesus Christus gemacht. So wie Gott Jesus durch die Auferstehung bestätigt hat, so wird er alle bestätigen, die Jesus nachfolgen. Es setzt sich die gute Sache Gottes mit Hilfe der Botschafter Jesu Christi fort.
Paulus schreibt: „Habe ich nicht unseren Herrn gesehen?“ (1.Korinther 9,1). Und er kann den selber Sachverhalt auch so ausdrücken: „Gott offenbarte seinen Sohn in mir“ (Galater 1,16).
Dadurch wird erkennbar, das „sehen“ im übertragenen Sinn gemeint ist, etwa so: Vor Damaskus fiel es Paulus wie Schuppen von den Augen; dort erkannte er Jesus als seinen Herrn. Ähnliches geschieht auch heute. Ewiges Leben beginnt mit diesem Erkennen (Johannes 17,3). Die von Gott begründete Gemeinschaft bleibt auch über den Tod erhalten (z.B. Johannes 17,24).

Ein Streit zwischen den beiden Auffassungen ist müßig, weil es nur eine Auseinandersetzung um ein Weltbild sein könnte. Beiden gemeinsam ist die Überzeugung, dass Jesus Christus - auf welche Weise auch immer - dort gegenwärtig ist, wo sein Evangelium verkündet und Menschen ihr Leben in seinem Geiste gestalten. Texte: 1.Korinther 15,3-5; Markus 16,1-8; Matthäus 28; Lukas 24; Johannes 20-21.

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